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Woher kommen eigentlich unsere Flüchtlinge?

Asyl

Und warum fliehen so viele Menschen aus ihrer Heimat?

Syrien

In Syrien herrscht seit 2011 Bürgerkrieg. Assad unterdrückt seit Jahren sein Volk, ermordet Regimegegner und bringt sein eigenes Volk durch Bomben und Giftgas um.

Viele Menschen in Syrien haben Angst vor den Kämpfen und der Gewalt Assads und des islamischen Staates und verlassen ihre Heimat. Sie versuchen an einem anderen Ort einen sicheren Unterschlupf zu finden. Die UN schätzte, dass Ende 2014 etwa 7,6 Millionen innerhalb Syriens auf der Flucht waren. Über 4 Millionen sind bereits ins Ausland geflohen. Ungefähr die Hälfte davon sind Kinder.

Im Krieg werden Menschen verletzt oder getötet. Häuser und Geschäfte werden zerstört. Dadurch verlieren viele Menschen ihr Zuhause und die Infrastruktur des gesammten Landes wurde zerstört. Kostete 2010 eine Limo noch 1 Euro, so kostet sie heute 10 Euro.  Sie haben keine Möglichkeit mehr Lebensmittel einzukaufen. Kranke und Verletzte können nicht mehr richtig versorgt werden, da auch Krankenhäuser und Apotheken im Krieg zerstört werden. Deswegen fliehen sehr viele Menschen in benachbarte Länder wie dem Libanon, der Türkei oder Jordanien. Nur ein Bruchteil schafft die Flucht nach Europa. Die Flucht ist sehr teuer. Schlepper kassieren bis zu 25.000 Euro pro Person. Viele Syrer kommen in den Fluten des Mittelmeeres ums Leben.

 Afghanistan

Auch nach dem Ende des dreizehnjährigen Kampfeinsatzes der Internationalen Schutztruppe ISAF Ende 2014 kommt Afghanistan nicht zur Ruhe. Nach Angaben der Vereinten Nationen war die Zahl der Zivilpersonen, die im Zuge des Konflikts getötet wurden, im vergangenen Jahr so hoch wie nie zuvor. Allein im ersten Halbjahr 2014 wurden laut Amnesty International mehr als 1.500 Zivilpersonen getötet und mehr als 3.000 verletzt. Für mehr als 70 Prozent der Fälle waren die Taliban und andere bewaffnete Aufständische verantwortlich. Diese sind seit dem Rückzug der westlichen Truppen wieder offensiver, auch Warlords und frühere Bürgerkriegsfraktionen gewinnen wieder an Bedeutung.

Medienberichten zufolge haben sich Kämpfer der Taliban  dem IS angeschlossen. Die Dschihadisten-Organisation hat sich zu einem Selbstmordanschlag mit mehr als 30 Toten und über hundert Verletzten Mitte April im Osten des Landes bekannt. In seinem Fortschrittsbericht 2014 bezeichnet das Auswärtige Amt  die Sicherheitslage in Afghanistan als weiterhin angespannt und in Teilen bedingt kontrollierbar bis gar nicht.

Neben der Sicherheitslage ist auch die wirtschaftliche Lage prekär. 2014 drohte dem Land mehrmals die Zahlungsunfähigkeit, was auch dem Abzug des westlichen Militärs geschuldet war. Vor allem Frauen und Mädchen leiden in Afghanistan unter Gewalt. Allein im ersten Halbjahr 2014 verzeichnete die Unabhängige Afghanische Menschenrechtskommission 4154 Fälle von Gewalt gegen Frauen. Dies bedeutete einen Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In der Folge des Konflikts zwischen Modernisierungsbefürwortern und religiösen Modernisierungsgegner, der sich durch die gesamte jüngere Geschichte Afghanistans zieht, sind mehr als 660.000 Afghanen innerhalb des Landes auf der Flucht und mehr als 2,7 Millionen sind ganz aus dem Land geflohen. Die Bundesregierung zeigt sich überzeugt, dass letztendlich nur ein innerafghanischer Friedens- und Versöhnungsprozess zu dauerhaftem Frieden im Land führen kann.

Eritrea

Nachdem ein Putschversuch aus dem Jahr 2013 das Land ins Chaos gestürzt hatte, herrschen Willkür und Militärherrschaft. Tausende Menschen sitzen aus unterschiedlichsten Gründen in Gefängnissen, ohne Anklageerhebung oder Gerichtsverfahren. Darunter befinden sich neben Regime-Kritikern auch viele, die sich dem für alle Eritreer zur Pflicht erklärten Militärdienst entziehen wollten. Es gibt Berichte von Folter und Ermordungen.

Aktuell sind in Europa rund 360000 Flüchtlinge aus Eritrea registriert, täglich verlassen Menschen das Land und machen sich auf die lebensgefährliche Reise Richtung Norden.